Coloskopie

Darmkrebs-Früherkennung

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart in den westlichen Industrieländern.
Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt nach dem 45. Lebensjahr deutlich an, und etwa drei Viertel der Neuerkrankungen werden bei Menschen im Alter über 60 Jahren entdeckt.
Die Diagnose Darmkrebs ist jedoch vermeidbar. Denn Darmkarzinome entwickeln sich fast immer aus Polypen, die - rechtzeitig entdeckt - problemlos entfernt werden können. Selbst wenn bereits Krebstumore entstanden sind und diese sich noch im Frühstadium befinden, sind sie heilbar.
Spricht man von Darmkrebs, so ist damit meist ein Krebstumor im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder im Mastdarm (Rektumkarzinom) gemeint, denn Krebserkrankungen des Dünndarms sind eher selten. Darmkrebs entwickelt sich fast ausschließlich aus Schleimhautwucherungen, den so genannten Polypen oder Adenomen. Diese Polypen sind gutartige finger- oder pilzähnliche Wucherungen.
Ein Dickdarm- oder Mastdarmkarzinom entwickelt sich nicht über Nacht, sonder benötigt zum Wachsen einen recht langen Zeitraum, manchmal sogar Jahrzehnte. Das Gefährliche ist, dass man dies meist lange Zeit nicht bemerkt. Denn Schmerzen bereitet die Erkrankung in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Es gibt jedoch Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte: das Auftreten von Blut oder Schleim im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, häufiger Durchfall oder Verstopfung können auf einen Darmtumor zurückzuführen sein. Zudem kann Längerandauernde Blässe und Blutarmut sowie unfreiwilliger Gewichtsverlust und Kräfteverfall auf eine Krebserkrankung im Darm hinweisen. Treten solche Symptome auf, sind die Ursachen daher unbedingt mit einem Arzt abzuklären.

Menschen mit erhöhtem Darmkrebsrisiko sind:

  • Personen, die an einer langwierigen Entzündung der Dickdarmschleimhaut (Colitis ulcerosa) leiden
  • Menschen, die Darmpolypen haben
  • Menschen, in deren Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist
  • Patienten mit anderen Krebserkrankungen
  • Menschen, die fettreich, eiweißreich und ballaststoffarm essen
  • ältere Menschen

Früherkennung kann Leben retten!

Da rechtzeitig entdeckte Polypen heutzutage problemlos entfernt werden können und auch bei früh erkannten Darmkarzinomen gute Heilungschancen bestehen, ist die Wahrnehmung der Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen überaus wichtig.

  • jährlich eine Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl für Männer und Frauen zwischen 40 und 50 Jahren, ab dem 50. Lebensjahr dann alle zwei Jahre (wenn keine Darmspiegelung stattfand)
  • ab dem 50. Lebensjahr eine Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie), die nächste frühestens zehn Jahre später

Hämoccult-Test

Der sogenannte Hämoccult-Test (Häm = Blut, occult = verborgen) dient dem Nachweis von unsichtbarem Blut im Stuhl. Dafür gibt der Arzt dem Patienten drei Testbriefe mit, auf die dann zu Hause an drei aufeinanderfolgenden Tagen Stuhlproben appliziert werden. Anschließend werden die Proben in einem Labor oder beim Arzt ausgewertet.
Wird dabei Blut im Stuhl nachgewiesen, muss dies jedoch nicht gleich die Diagnose Darmkrebs bedeuten. Oft ist der Blutfund auf andere Ursachen wie Zahnfleischbluten, Magenschleim- hautentzündungen, Hämorrhoiden oder Darmentzündungen zurückzuführen, die gut behandelt werden können.

Darmspiegelung

Am besten lassen sich Veränderungen im Darmbereich durch eine Spiegelung erkennen. Diese sogenannte Koloskopie ist eine Untersuchung, die ambulant durchgeführt werden kann. Sie ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Dabei wird ein biegsamer Schlauch (Koloskop) vorsichtig über den Darmausgang eingeführt. Dank winziger Kameras und Lichtquellen kann der Arzt in den gesamten Dickdarmbereich Einblick nehmen und selbst Krebsvorstufen wie Polypen erkennen. Ist dies der Fall und weisen die Polypen einen Durchmesser von weniger als fünf Millimetern auf, können sie mit Hilfe einer Zange oder Elektroschlinge gleich entfernt werden. Das Gewebe der Polypen wie auch andere eventuell gefundene verdächtige Proben werden nach der Entnahme von einem Pathologen auf Krebszellen untersucht. Diese histologische (feingewebliche) Untersuchung ist die einzige Methode, mit der Krebs sicher erkannt oder ausgeschlossen werden kann. Alle anderen Untersuchungen wie beispielsweise das Röntgen können nur Hinweise, aber keine Beweise bringen.
Stellt sich wirklich eine bösartige Veränderung heraus, muss operiert und ev. mit Strahlen- bzw. Chemotherapie werden. Wenn bei der Koloskopie keine Veränderungen der Darmschleimhaut festgestellt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit jedoch gering, dass sich innerhalb der nächsten zehn Jahre ein bösartiger Tumor entwickelt.
Als Vorbereitung für die Untersuchung ist es notwendig, zwei Tage lang wenig zu essen und einen Tag vorher nüchtern zu bleiben. Trinken sollte man jedoch viel, um den Darm zu spülen. Diese vor der Untersuchung notwendige Darmentleerung empfinden die Patienten häufig als unangenehm, die Untersuchung selbst belastet den Körper aber nicht.